But words escape me...
Kurzgeschichte: Warum hast du geschwiegen?

[wie immer entspricht nichts hiervon der wahrheit.]

 

Warum hast du geschwiegen?

Wasser rauschte. Musik lief leise im Hintergrund. Eine Stimme sang mit. Das Rauschen brach ab. Ein junger Mann stieg aus der Dusche. Er wickelte sich ein Handtuch um die Hüften und verließ das Bad. Die typische weite Kleidung wurde sorgfältig ausgewählt und angezogen, die hochgebundenen Dreads gelöst eine Cap aufgesetzt. Fertig.
Er trug schwarz. Schwarzes shirt, schwarze Jacke, schwarzes Cap. Er wusste selbst nicht warum. Aber es schien ihm angebracht.
Er verließ das Haus. Es war mitten in der Nacht. Ein seltsamer Zeitpunkt um sich fertig zu machen und irgendwohin zu gehen.

Auf dem Weg dachte er nach. Er hasste denken. Er tat es trotzdem.
War er doch immer ignoriert worden. Obwohl er immer das Beste für seinen Bruder wollte. Ihn auf Händen getragen hatte, bekam er keinerlei Beachtung. Nichts.
In seiner Welt schien kein platz für ihn zu sein.
Alles was er wollte war doch bloß ein wenig Aufmerksamkeit. Ein kleines bisschen Beachtung.

Er hatte sein Ziel erreicht. Er griff nach dem Kerzenleuchter neben dem Bett. Sein Bruder hatte schon immer einen Sinn für so etwas gehabt. Er schlug zu. Immer wieder. Knochen brachen, Blut spritzte.

Und dann stand er vor ihm. Blutend lag er vor ihm auf dem Boden. Zerstört. Einsam in der Stunde seines Todes, so wie er schon unzählige Male allein gelassen worden war, als er nicht beachtet und zurückgelassen worden war. Nun würde er ihn allein zurücklassen.
Verdient hatte er das allemal. Davon war er überzeugt, so ein Hass hatte sich in ihm aufgestaut.
[...]

Es tat ihm leid. Er vermisste seinen Bruder jetzt schon. Nie wieder würde er in die strahlenden Augen sehen können, nie wieder dieses Lachen hören. Er hatte ihn umgebracht. Seinen Zwilling. Sein ein und Alles. Er hatte ihn doch geliebt. Obwohl er auf keine Gegenliebe stieß.

[...]

Lachende Stimmen kamen näher. Eine Tür ging auf. Eine Frau schrie auf, lief weg. Aber die zwei Jungs mit denen sie gekommen war, gingen langsam und ungläubig auf die auf dem Boden liegende Person zu, die in ihrer eigenen Blutlache badete. Mit vor Schreck geweiteten Augen ließen sie ihre Blicke über den Körper wandern und knieten sich neben ihm nieder. Geschockt sahen sie sich an.


„Meinst du, Tom wusste, dass Bill ihn genauso sehr liebte, wie er ihn?“


18.2.09 19:37
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


K!TTY / Website (18.2.09 22:26)
Wow, heftige Geschichte. Gefällt mir irgendwie verdammt gut.
Trotz Tokio Hotel ^_^# Oder (explizit bei dieser Story) gerade deswegen? Wer weiß, wer weiß...

...noch 'nen schönen Abend &
LG, K!TTY

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